Tools, die 2020 jeder Webentwickler kennen sollte

Heutzutage ist die Webentwicklung einer der beliebtesten und aufregendsten Karrierephase in der Tech-Branche. Durch die ständige Weiterentwicklung hat sie sich die Webentwicklung von statischen HTML-Seiten zur Entwicklung von hochgradig interaktiven, synergetischen Webapplikationen wie Spotify, Netflix, Uber verschoben.

Der rasante Fortschritt der Webentwicklung verlangt Webentwicklern natürlich auch einiges ab. Mit den gestiegenen Möglichkeiten moderner technischer Hilfsmittel sind Entwickler und Programmiere nun immer mehr dafür verantwortlich, komplexere Webapplikationen mit Hilfe von ausgeklügeltem Code zu entwickeln.
Doch geht es bei der modernen Webentwicklung nicht nur um ein tiefes Verständnis von Programmiersprachen. Es geht genauso sehr um Visuals, Grafik, Design, Zusammenarbeit, Reaktionsfähigkeit und Frameworks. Wie kann eine Online-Agentur so viele Dinge gleichzeitig handeln und umsetzen? Es stellt sich heraus, dass wettbewerbsfähige Apps das Produkt der gemeinsamen Anstrengung eines sehr erfahrenen und vielseitigen Teams sind. Daher wird an moderne Webentwickler auch mehr oder weniger die inoffizielle Anforderung gestellt, sich neben dem reinen Programmieren auch andere Fähigkeiten anzueignen. Programmierkenntnisse allein erweisen sich als unzureichend und möglicherweise als ein sehr stagnierender Ansatz für eine exzellente Webentwicklung. Heutzutage ist ein großartiger Programmierer auch in angrenzenden Fachgebieten versiert.

Der Werkzeugkasten des modernen Entwicklers ist unvollständig ohne die richtigen Design-, Prototyping- und Kollaborationswerkzeuge, die seine technische Arbeit ergänzen.

Dekan McPhersonPaperform.co

Webentwickler werden mit diesen neuen Aufgaben zum Glück nicht allein ins kalte Wasser geworfen. Sie können viele der leicht erhältlichen Dev-Tools benutzen, mit welchen sie ihre Effizienz und Produktivität steigern können. So wird der Webdesign-Prozess immer weiter optimiert. In diesem Artikel werden wir uns einige Tools aus verschiedenen Kategorien ansehen, mit denen jeder Entwickler vertraut sein sollte.

Dev-Tools

Dieses Tool ist normalerweise in modernen Browsern eingebettet und benötigt keine zusätzliche Konfiguration durch den Entwickler. Die Dev-Toolbox ermöglicht den Zugriff auf die interne Funktionsweise des Webbrowsers und die HTML-Elemente. Du kannst es zum Editieren, Stylen, Inspizieren, Debuggen und sogar zur Überprüfung der Ladeleistung in Echtzeit verwenden.

Chrome Dev Tool

Chrome Developer Tools
Chrome Developer Tools

Das Chrome Dev Tool ist das beliebteste und effizienteste Entwicklertool, das es gibt. Es befindet sich direkt im Chrome-Webbrowser und ermöglicht es dir, HTML-, CSS- und Javascript-Seiten im laufenden Betrieb zu inspizieren und zu debuggen, wodurch Webentwickler Webseiten schneller erstellen können.
Um das Entwicklertool in deinem Browser zu öffnen, musst du mit der rechten Maustaste irgendwo innerhalb des Browserfensters klicken und ‘Untersuchen’ auswählen oder den Weg über die Einstellungen > Weitere Tools > Entwicklertools gehen.

Firefox Dev Tool

Firefox Developer Tools
Firefox Developer Tools

Das Firefox Tool für Webentwickler ist auch ein nützliches Werkzeug für das Live-Debugging. Es ist in den Mozilla-Browser Firefox integriert und erfordert keine zusätzliche Konfiguration. Du kannst das Tool für Webentwickler aus dem Menü öffnen, indem du Tools > Web Developer > Tools umschalten oder die Tastenkombination Strg + Umschalt + I oder F12 bei Windows und Linux bzw. Cmd + Opt + I unter MacOS eintippst bzw. hältst
Die Firefox- und Chrome-Entwicklertools haben fast identische Features und Funktionalitäten. Das erstere hat außerdem acht Panels, wozu ein reaktionsschneller Designmodus, ein JavaScript-Debugger und eine Webkonsole gehören. Auch wenn diese Webentwicklungstools eher einfacher Natur sind, können die Informationen, die sie liefern, von unschätzbarem Wert sein.

Code-Editoren (IDEs)

Die eigentliche Aufgabe eines jeden Entwicklers ist es, Code zu schreiben und zu pflegen. Code-Editoren sind Textprogramme, die explizit für Code entworfen wurden. Texteditoren haben auch einen speziellen Namen. Sie werden IDEs genannt. IDE steht für Integrated Development Environment (Integrierte Entwicklungsumgebung), was im Grunde nichts anderes ist als Texteditoren, die darauf getrimmt sind, die Syntax einer bestimmten Programmiersprache zu verstehen. Obwohl es viele Texteditoren gibt, von denen einige sogar auf unseren Computern vorinstalliert sind, wie zum Beispiel Notepad, sind sie für das Schreiben von Code nutzlos.
Editoren sind lebenswichtig, weil sie den Prozess der Codeerstellung automatisieren. Sie haben Eigenschaften wie Einrückung, Autovervollständigung, Klammerabgleich und Syntaxhervorhebung. Software-Ingenieure sind daran gewöhnt, all dies zu nutzen, um ihre Schreibarbeit zu beschleunigen und somit effizienter zu sein. Code-Editoren haben auch Add-ons, Plugins und Bibliotheken, die bestimmte Programmiersprachen unterstützen, um die Fingerfertigkeit zu fördern. Da Editoren eine Schlüsselrolle spielen, wenn es um die Vereinfachung des Programmieren geht, stehen Programmierer meistens auch fest hinter ihren bevorzugten Code-Editoren. Wenn sie sich erst einmal für einen entschieden haben, bleiben sie meist sehr lange bei diesem Editor (manchmal sogar ein Leben lang).
Mit zunehmender Beliebtheit des Programmierens werden immer mehr Code-Editoren für Webentwickler verfügbar, die nach Innovation streben. So gibt es mittlerweile auch Editoren als reine Online-Apps. Folgend haben wir ein paar der besten Editoren für dich zusammengestellt.

Atom

Atom Text Editor

Atom ist ein Open-Source-Editor für MacOS, Windows und Linux, der von GitHub entwickelt wurde. Atom wird als hackbarer Editor gefeiert, weil er sehr anpassbar und mit JavaScript-Paketen erweiterbar ist. Atom bietet hervorragende Features, die ihn von anderen Editoren abheben, und wurde mit modernen Webtechnologien entwickelt. Er ist kostenlos, und er hat ein eingebautes Git-Versionskontrollsystem, das in GitHub integriert ist.
Der Nachteil ist, dass es im Vergleich zu anderen Editoren ziemlich lange Ladezeiten hat.

Sublime Text

Sublime Text Editor

Sublime gibt es schon seit 2008. Dieser Editor basiert auf Python, unterstützt viele Programmiersprachen und ist zudem auch noch schnell. Im Gegensatz zu Atom ist er jedoch nicht völlig kostenlos, obwohl du die kostenlose Version lange Zeit mit einschränkenden Funktionalitäten und ständigen Pop-ups nutzen kannst. Das bringt Nutzer in der Regel irgendwann dazu sich für die lizenzierte Version zu entscheiden. Die Hauptstärke von Sublime Text ist die Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit. Ein Nachteil ist, dass Sublime ein vorinstalliertes Kontrollwerkzeug fehlt.

Visual Studio Code

Visual Studio Code IDE

Visual Studio Code, auch Vscode genannt, ist ein kostenlose IDE, das von Microsoft entwickelt wurde. Vscode ist mit der Cloud verbunden (Änderungen sind in Echtzeit möglich), verfügt über ein leistungsstarkes IntelliSense Feature (Autovervollständigung) und bietet viele Plugins so wie Erweiterungen für einen optimierten Arbeitsablauf. Dieser Editor unterstützt ebenfalls Git, hat einen eingebauten Debugger und weist ein wirklich schickes Interface auf. Der einzige Nachteil ist wahrscheinlich der notorisch hohe Speicherverbrauch, was den ganzen Prozess ziemlich langwierig machen kann.

Versionsverwaltungen

Versionsverwaltungen sind Verwaltungssysteme, die Änderungen an Dokumenten oder Code verfolgt. Sie markiere 1) die Person, welche eine Änderung vorgenommen hat, 2) die Zeit, zu der die Änderung erfolgte, und 3) Details über die Änderung.
Eine Versionskontrolle ist ein mächtiges Tool für die Zusammenarbeit zwischen Entwicklern. Es bietet eine Plattform für einfaches Staging und dem Deployment von Code auf Produktionsservern. Die arbeitsbasierte Verzeichnisstruktur ist für alle an einem Projekt beteiligten Personen einheitlich und ermöglicht es vielen Entwicklern, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.
Es ist vor allem das Öl, das dafür sorgt, dass Zahnräder reibungslos ineinander greifen. Versionsverwaltungen sind das Öl im Getriebe der Remote-Arbeit. Mit Versionsverwaltung können Entwickler zusammenarbeiten, ohne dass sie sich am selben Ort befinden müssen. Folgende Versionsverwaltungen sind besonders gefragt:

GitHub

Github Version Control

GitHub (Git) ist ein dezentralisiertes Versionsverwaltungssystem. Ein dezentralisiertes Versionsverwaltungssystem ist eines, in dem es keine zentrale Codebasis gibt. Stattdessen wird eine Kopie der Codehistorie auf dem Computer jedes Entwicklers gespiegelt.
Git benutzt die Befehlszeile oder das Terminal. Du kannst mit Befehlen Dateien klonen, committen, aktualisieren und zusammenführen. Manche Entwickler finden es herausfordernd, mit Befehlen für jede Dateiaktivität zu arbeiten oder sich Befehle zu merken. Hier kommt GitHub ins Spiel.
GitHub bietet ein visuelles Interface oder GUI für Git-Versionskontroll-Features. Es wird auf den Desktop heruntergeladen und erlaubt es dem Entwickler, die gleichen Aktivitäten wie in Git auszuführen, aber ohne die Befehlszeile.
Mittlerweile setzen viele Arbeitgeber GitHub-Kenntnisse als Voraussetzung für eine Bewerbung als Webentwickler voraus.

Subversion

SVN Version Control

Apache Subversion ist ein zentralisiertes Versionsverwaltungssystem. Ein zentralisiertes Versionsverwaltungssystem ist eines, bei dem alle Dateien auf einem zentralen Server gespeichert sind und jede Änderung direkt auf diesen Server übertragen wird.
Mit Subversion ist es einfacher, integrale Sicherheit zu gewährleisten und eine offizielle Geschichte zu führen. Subversion ist auch sehr leicht zu erlernen. Aber es ist auch relativ langsam, da sich die Entwickler zum Arbeiten mit dem zentralen Server verbinden müssen.
Letztendlich hängt die Wahl zwischen einem zentralisierten oder dezentralisierten System vom Unternehmen oder dem Team ab, das es nutzt. Dezentralisierte Versionsverwaltungssysteme sind dabei wohl am beliebtesten und auch durchaus empfehlenswert

Cloud-Infrastrukturen

Cloud Computing ist einer der aktuellen, innovativen Trends in der Tech-Branche. Cloud-Infrastrukturen nutzen zentrale Server, die nicht vom User gewartet werden müssen. Zu den Cloud-Computing-Modellen gehören Platform as a Server (PaaS), Software as a Service (SaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS). Sie ermöglichen es Unternehmen, Ressourcen, die für die Erstellung und Skalierung von Applikationen benötigt werden, mit dem Anbieter des Cloud Service zu teilen oder zu mieten. PaaS vereinfacht die Entwicklung von Webanwendungen für Entwickler erheblich. Hier sind auch einige Cloud-Tools, die bei der Skalierung von Applikationen helfen.

Heroku

Heroku ist ein PaaS, das es Entwicklern ermöglicht, Applikationen komplett in der Cloud zu entwickeln, zu bauen und zu implementieren. Manchmal wird gesagt, dass Heroku eine polyglotte Plattform ist, weil sie viele Sprachen unterstützt. Dazu gehören PHP, Python, NodeJS, Scala und Ruby. Ein Entwickler könnte eine Applikation im Internet verfügbar machen, indem er sie einfach auf Heroku einsetzt.
Mit Heroku können sich die Entwickler auf ihre Kernprodukte konzentrieren und die Wartung der Hardware dem Cloud Service überlassen.
Neben dem Hosten, Konfigurieren, Skalieren und Bereitstellen ermöglicht der Heroku Cloud Database (DBassS) Service, der auf PostgreSQL basiert, den Entwicklern die Wartung und Verbindung der Datenbank(en) für ihre Applikationen.

Digital Ocean

Digital Ocean ist eine IaaS (Infrastructure as a Service)-Cloud-Service-Plattform, die es Entwicklern ermöglicht, Applikationen mit einem intuitiven Kontrollpanel zu hosten, zu implementieren und zu skalieren. Die Technologie rühmt sich mit einer robusten Cloud-Plattform, die sich um die Infrastruktur, Abhängigkeiten und die Laufzeit von Applikationen kümmert. Sie verwenden SSD-basierte virtuelle Maschinen, private Netzwerke und IPv6, um Lösungen zu automatisieren und zu verwalten.
Digital Ocean ist relativ einfach zu verstehen und zu konfigurieren. Mit einem intuitiven Interface und einer einfachen UI bieten sie die besten Werkzeuge für Serverkonfiguration und Leistung. Es gibt unterschiedliche Preise für verschiedene Pakete. Zum Schutz ihrer Server verwenden sie Cloud-Firewalls.

Netlify

Netlify ist ein Cloud Service, der Front-End Applikationen erstellt, implementiert und hostet. Netlify verfügt über ein kostenloses Starter Pack für das Hosting, automatisierte Builds von Git und ein sofortiges Rollback zu jeder gewünschten Version. 

Netlify ist unter Front-End-Entwicklern recht beliebt, da es mit der Git-Versionskontrolle arbeitet, mit der die meisten Entwickler bereits vertraut sind. Die Lern- und Workflow-Kurven sind hier also recht niedrig. Netlify ist also besonders einsteigerfreundlich.

Mit Netlify können Front-Ends ihre Web-Applikationen implementieren und sich mit ihrer eigenen CI, Seite, Hosting und CDN verbinden.

Abschließende Worte

Die zunehmende Überlappung verschiedener Richtungen in der Tech-Branche erfordert es, dass Webentwickler über den Tellerrand hinausschauen müssen und zahlreichen neue Tools kennenlernen müssen, um ihre Arbeit zu verbessern. In dieser sich ständig wandelnden Umgebung ist es unabdingbar, immer auf dem neusten Stand zu sein.

In diesem Artikel haben wir nun zwei oder drei Webentwicklungstools in verschiedenen Kategorien herausgegriffen. Das sind natürlich aber bei weitem noch nicht alle Tools aus diesen Kategorien. Das Web ist reich an digitalem Support, den Webentwickler benötigen, und die Wahl des richtigen Tools ist eine Frage der Vorlieben, der Anwendung und der Bequemlichkeit. 

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Autor

Petar Petrov | Leitender Softwareentwickler

Petar ist ein einzigartiger und äußerst vielseitiger Software-Ingenieur mit Kentnissen in einer immensen Palette von Technologien, mit denen er sich in seiner täglichen Arbeit befasst. Computercode spricht zu ihm, und ist wie ein offenes Buch. Wenn Entwickler auf scheinbar unlösbare Problem stoßen, hat Petar immer eine Lösung parat.